Tiritiri Matangi

Nach zwei Übernachtungen heißt es schon wieder Abschied nehmen vom „Peone Place“. Elizabeth hat für uns die Tour auf die Vogelinsel Tiritiri Matangi gebucht. Sie gibt uns ein fürstliches Lunchpaket mit auf den Weg, im extra Rucksack, und nimmt uns das Versprechen ab, auf dem Weg von Norden nach Rotorua bei ihr auf eine Tasse Tee vorbeizuschauen.

Tiritiri Schiff
Tiritiri Schild
 

Der Tag beginnt mit wenig verheißungsvollem Wetter, es regnet Bindfäden. Bis wir auf die Fähre steigen, hat es aber bereits aufgeklart. Wolken wechseln sich mit sonnigen Abschnitten. Das Boot bringt nur einmal am Tag Besucher zur Insel; die Menge Menschen wird bewusst klein gehalten, um die Vogelpopulation so wenig wie möglich zu stören. Auch dieses Habitat wurde künstlich geschaffen. Die Insel war fast völlig abgeholzt worden; viele Helfer haben dabei mitgewirkt, den Busch neu erstehen zu lassen und so Lebensraum zu schaffen für die vielen bedrohten Vogelarten Neuseelands.

Nur wenige der heutigen Gäste ziehen es vor, allein die Insel zu erkunden, die meisten werden in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekommt einen Guide, der sie für die nächsten zwei bis drei Stunden auf bestimmten Wegen bis zum Leuchtturm in der Mitte der Insel führt. Wir werden Gerhard zugeteilt, einem Deutschen, der bereits seit 40 Jahren in Neuseeland lebt und sich seit sieben Jahren der Unterstützung des Projektes Tiritiri verschrieben hat. Gerhard freut sich, mal wieder ein bisschen Deutsch sprechen zu können.

Tiritiri Pukeku
Tiritiri Kormorane
 
 
Tiritiri Bäume
Mit drei weiteren Gästen aus Kanada machen wir uns auf den Weg den Wattle Track hoch. Vögel sehen wir immer wieder aus der Ferne, wirklich nah kommen wir nur wenigen. Die Informationen, die Gerhard uns über Flora und Fauna vermittelt, sind aber so interessant, dass das dem Erlebnisfaktor dieses Ausfluges keinen Abbruch tut. Der erste gefiederte Freund, der sich näher an uns herantraut, ist ein New Zealand Robin. Gerhard weiß, wie man den Winzling heranlockt – einfach im trockenen Laub scharren, der Vogel kommt dann sehr schnell, um an dieser Stelle nach Insekten zu suchen.
 
Im Park verteilt sind Fütterungskisten mit süßer Flüssigkeit für die Honigfresser unter den Vögeln. Wir sehen Stitchbirds und Bellbirds. Ersterer wird von den Maori „Hihi“ genannt, was soviel bedeutet wie Sonnenstrahl. Die Zeichnung des Gefieders erinnert tatsächlich an einen Sonnenstrahl, der durch den Wald leuchtet, wenn der Vogel durchs Unterholz flitzt. Irgendwie gefallen mir diese Namen viel besser!
 
Tiritiri Honigfresser
Nach einer kurzen Rast am Leuchtturm und dem obligatorischen Besuch des dortigen „gift shop“ wählen wir den Karawea Track zurück zur Fähre. Ein vorüber ziehender Regenschauer hält uns leider so lange im Busch auf, bis die Gruppe Schulkinder, die mit uns auf der Fähre war, ebenfalls diesen Weg eingeschlagen hat. Wir versuchen, uns immer etwas entfernt zu halten, da bei dem Lärm kaum mit Vogelsichtungen zu rechnen ist. Es gelingt uns, weitere Vögel zu identifizieren und auch von dem ein oder anderen ein schnelles Foto zu schießen. Die Pukekus tauchen immer wieder plötzlich gemessen schreitend vor uns auf dem Weg auf. Auch ein Fantail setzt sich auf einen Ast direkt vor uns und lässt uns seine ausgebreiteten Schwanzfedern bewundern. Die Tauben und Karakiris kennen wir inzwischen schon. Wir planen, bei unserem nächsten Besuch auf Tiritiri vielleicht über Nacht zu bleiben, denn Kiwis sieht man frühestens in der Dämmerung. Alles in allem ein schöner Ausflug!
 
Tiritiri Leuchtturm
 
Leider steht uns noch die Fahrt in den Norden bevor. Für den deutsche Autobahnen gewohnten Fahrer wirken die Entfernungen auf der Karte nicht abschreckend. Leider sind die hiesigen Straßen nicht mit dem deutschen Straßennetz zu vergleichen. Von der Übersichtlichkeit abgesehen gibt es auch kaum Autobahnen. Mit höchstens 100 km/h schlängeln wir uns die SH1 hoch Richtung Cooper’s Beach. Cafés am Straßenrand gibt es kaum, wenn, sind sie geschlossen. In Kawakawa bekommen wir noch eine Mahlzeit in einem chinesischen Takeaway – immerhin, nicht schon wieder Kekse zum Abendessen.

Um kurz nach neun Uhr abends erreichen wir die nächste Unterkunft. Richard hat extra für uns das Licht im Haus angemacht, der Schlüssel liegt an einem guten Versteck. Das wird unser zuhause für die nächsten fünf Tage.
 
 

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