Rundflug über die Südalpen

10500 Fuß Flughöhe, über den Lake Tekapo, die vier großen Gletcher Murchinson, Tasman, Fox und Franz Joseph, um Aoraki-Mount Cook, den Lake Pukaki – heute bekomme ich mein Geburtstagsgeschenk. Wir machen einen Rundflug über die Gletscherregion der Südalpen. Dieses Erlebnis ist einzigartig und mit Worten nicht zu beschreiben, darum lasse ich hier lieber Bilder sprechen.

Lake Tekapo von oben
Godley River
 
Aoraki-Mount Cook
Südalpen
 
 
Aoraki-Mount Cook
 
Fünf Passagiere sind wir auf diesem Rundflug. Da sich sonst niemand freiwillig für den Copilotenplatz meldet darf ich vorne sitzen – yeah! Wir haben so ein irres Glück mit dem Wetter! Auf den niedrigeren Gipfeln liegen noch vereinzelt Wattebäuschchen aus Wolken, weiter oben kein Wind, keine Wolken. Der Aoraki-Mount Cook ist zum Greifen nah, im Flugzeug sind alle ganz ergriffen, niemand sagt ein Wort. Matt, der Pilot, meint nach der Landung, so einen herrlichen Flug hätte er schon mindestens seit einem Monat nicht mehr gehabt.
 
Bea Copilot
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Leider geht unsere Zeit in dieser herrlichen Gegend der Erde ihrem Ende entgegen, wir machen uns auf in Richtung Christchurch. Ein letzter Blick zurück auf die schneebedeckten Gipfel, dann sind wir auch schon wieder in hügeligem Weideland. Auf dem Weg kommt uns eine „Christmas Parade“ der anderen Art entgegen. Viele Neuseeländer starten am 24.12. in die Weihnachtsferien. Wir sehen immer wieder Fahrzeuge, die Boote auf dem Anhänger hinter sich herziehen, eines größer als das andere. Aber auch Kayaks, Quads, Bikes und andere Funfahrzeuge sind dabei. Was manche Leute so alles mit in die Berge nehmen…
 
SH8 Blick auf Südalpen
 
Die letzten 100 Kilometer auf Christchurch zu fahren wir durch Flachland. Es ist eine absolut langweilige Strecke, jede Brücke oder Kreuzung muss als Abwechslung dienen. Die Straße führt schnurgeradeaus, oft verhindern meterhohe Hecken die Sicht auf die Ferne. Je weiter südlich man in Neuseeland kommt, desto mehr fallen diese künstlich akkurat im rechten Winkel oder parallel zueinander angelegten Gewächsreihen auf, Nadelhölzer, manchmal Pappeln. Um Weingärten oder andere Obstfelder herum, auch als Mauerersatz zur Begrenzung von Weiden. Wir nehmen an, die Hecken dienen vor allem als Wind-, um alleinstehende Farmen auch als Sichtschutz. Die Gebäude liegen wie eine baumbestandene Insel mitten im ansonsten leeren Weideland.

Auffallend auf den Fahrten die letzten zwei Tage waren die noch stärker auftretenden Rasenmähertätigkeiten. Offenbar muss zu Weihnachten auch der Rasen noch einmal gestutzt werden. Jetzt in den Ferien muss der halbwüchsige Nachwuchs ran, Papa weist den Jungen auf dem Rasenmäher zum Selbstfahren ein, Mama steht stolz daneben. Kein Witz – diese Szene begegnet uns mehr als einmal! In jeder größeren Ortschaft gibt es mindestens ein Geschäft, das Rasenmäher verkauft. Nicht diese kleinen Elektromäher wie daheim, immer mit Motor, und riesengroß. Naja, die haben ja auch entsprechende Flächen hier.

Die SH1 führt uns um Christchurch herum am Flughafen vorbei direkt nach Woodend Beach. Wendy und Mike, unsere Vermieter, haben kurzfristig ihre Pläne geändert und verbringen Weihnachten bei ihrer Tochter in Nelson, wir haben daher das ganze Grundstück für uns allein. Statt Kartoffelsalat und Würstchen gibt es diesen Heiligabend ein zwei-Gänge-Menü im „Three Cows“ in Kaiapoi, sehr empfehlenswert (die Speisekarte ist witzig!). Die ausgesprochen charmante, junge Bedienung läuft wie selbstverständlich mit einem Plüschelch auf dem Kopf um die Tische. Ich verstehe den Begriff „starters“ immer als Vorspeise, aber die Suppe allein sättigt eigentlich schon. Wer in Neuseeland „starters“ und „main course“ in einer Mahlzeit verdrückt, muss mit einem gesunden Appetit gesegnet sein.

Nach dem üppigen Dinner machen wir noch einen Verdauungsspaziergang zum Strand. Hier am Parkplatz informieren Hinweisschilder genau über das korrekte Verhalten im Falle einer Tsunami. Wir hoffen, dass jetzt gerade keine kommt und stapfen durch den Sand die Düne hoch. Auf dem Weg kommen uns zwei buddhistische Mönche entgegen und rufen uns fröhlich einen Gruß zu. Gernot stellt fest: „An Heiligabend habe ich auch noch nie einen buddhistischen Mönch gesehen!“ Als ob sonst ständig einer bei uns zu Gast wäre!

 
 
Reiseleiter

Neuseelandfahne

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